• Team
  • Thema
  • Text
  • Skript
  • Set-bau
  • Dreh
  • Schnitt

Indischer Sommermonsun

Als indischen Sommermonsun bezeichnet man die jährlich wiederkehrende Umkehrung der Windrichtung und die damit verbundenen Niederschläge über dem indischen Subkontinent: Etwa von Juni bis September wehen die Monsunwinde aus südwestlicher Richtung und bringen große Mengen an Wasserdampf mit sich, die sie über dem indischen Ozean aufgenommen haben; über dem Festland steigt die Luft auf, der Wasserdampf kondensiert und führt zu starken Regenfällen von der Küste bis zum Südrand des Himalaya. Den Rest des Jahres herrscht überwiegend Trockenheit. Das mit 1,2 Mrd. Menschen dicht bevölkerte Indien ist in hohem Maße auf nicht bewässerte Landwirtschaft und damit auf regelmäßige und ausreichend starke Monsunregenfälle angewiesen. Bereits Niederschlagsdefizite von 10% gegenüber dem langjährigen Mittel haben in der Vergangenheit zu großen Ernteausfällen und Nahrungsmittelknappheit geführt. Aber auch überdurchschnittlich starke Regenfälle können Ernten beschädigen und zu Überschwemmungen führen.

Die Monsunzirkulation beruht auf einem selbstverstärkenden Mechanismus: Die Kondensation des Wasserdampfs über dem Kontinent setzt latente Wärme frei; dadurch wird der Temperaturunterschied zwischen der warmen Landmasse und dem kühleren Ozean aufrechterhalten; dieser Temperaturunterschied wiederum ist es, der die Monsunwinde antreibt und damit mehr feuchte Luft nach Indien transportiert, die dort dann wieder latente Wärme freisetzt, usw. Aber das gilt natürlich auch umgekehrt: Gibt es wenig Regen, dann wärmt sich die Luft über dem Land nur gering auf, die Monsunwinde schwächen sich ab und es wird nur wenig feuchte Luft zum Land gebracht. Wird dieser Kreislauf also unterbrochen dann bleiben die Regenfälle aus. Modellrechnungen deuten darauf hin, daß dieser Kreislauf in Zukunft häufiger unterbrochen werde könnte, mit den entsprechenden negativen Folgen für die Region.

Expert: Jacob Schewe

http://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Indischer_Monsun

Quelle: http://www.freedigitalphotos.net/images/view_photog.php?photogid=3551