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CO2 Emissionen durch Nutzung fossiler Energieträger

Das Leben in modernen Industriegesellschaften hängt in starker Weise von der Nutzung fossiler Energieträger wie Kohle, Öl und Gas ab. Bei der Verbrennung dieser Energieträger, ob in Autos oder Kraftwerken, wird das Treibhausgas Kohlenstoffdioxid, kurz CO2, freigesetzt. Da CO2, einmal in die Atmosphäre emittiert, für Jahrhunderte dort verbleibt, hat die Nutzung fossiler Energieträger schon zu einem deutlichen Anstieg der CO2 Konzentrationen in der Atmosphäre geführt. Dies kann man besonders deutlich erkennen, wenn man sogenannte „Paläo-Klimaarchive“ untersucht. Diese erlauben es, die Klimageschichte über Tausende bis Millionen von Jahren zu rekonstruieren. Wissenschaftler können somit nachweisen, dass der CO2 Gehalt in der Luft über die letzten ca. 10.000 Jahre fast konstant war – und in den letzten 150 Jahren um über 30% angestiegen ist!

Quelle: http://www.freedigitalphotos.net/images/view_photog.php?photogid=2294

 

Und bisher steigen die Emissionen von Jahr zu Jahr weiter an, zuletzt sogar so rasch wie noch nie. Dieses Wachstum der Emissionen liegt am steigenden Bedarf an Energie, und dieser widerum am steigenden Wohlstand in der Welt aber insbesondere in schnell wachsenden Entwicklungsländern wie Brasilien, Indien oder China. Auch in diesen Ländern dominieren noch fossile Energieträger das Energiesystem, in China z. B. stammt ca. 80% des Stromes aus Kohle.

Wenn also die weltweiten CO2-Emissionen gesenkt werden sollen, reicht es nicht, dass Industrieländer etwas Energie einsparen oder Energie mit weniger CO2 Emissionen erzeugen. Es muss gleichzeitig gelingen, allen Menschen den Zugang zu Energie zu ermöglichen. Die Mehrheit der Menschen hat heute noch gar keinen oder nur ungenügenden Zugang zu modernen Energiedienstleistungen, die für Komfort, Lebensqualität aber auch Gesundheit und damit höhere Lebenserwartung in den Industrieländern gesorgt haben. Da viele der Entwicklungsländer gerade aber im Wohlstandsniveau aufholen, wird der weltweite Energiehunger noch einige Jahrzehnte anwachsen.

Um die Risiken von unverminderten Konzentrationssteigerungen von CO2 in der Atmosphäre zu verhindern, müssen also zunehmend CO2 neutrale Energieträger wie etwa Erneuerbare oder Atomkraft eingesetzt werden. Da diese aber noch teurer sind als die fossilen Alternativen, ist es eine Verteilungsfrage: Wer darf noch wie viel (billigere) fossile Energieträger einsetzen und damit zusätzliche CO2 Emissionen erzeugen? Und wer muss zuerst die teureren Alternativen einsetzen, die un einigen Fällen dann sogar für alle anderen Länder auch billiger werden, da die gesammelte Erfahrung mit den neuen Technologien für alle zur Verfügung steht (und bei Erneuerbaren die Ressourcen nicht wie bei Fossilen erschöpfbar sind)? Ansätze zur Beantwortung dieser Fragen gibt es viele, unter anderem die Forderung, dass langfristig jeder Mensch die gleiche Menge an „Verschmutzungsrechten“ haben sollte, also die mit Klimazielen verträglichen Emissionen aufgeteilt werden Diese Idee hat auch die Bundeskanzlerin Angela Merkel schon einmal unterstützt (http://www.focus.de/politik/diverses/merkel-bemessung-des-erlaubten-CO2-ausstosses-auf-pro-kopf-basis_aid_305001.html) und es gibt genauere Umsetzungsideen von Regierungsberatern aus der Wissenschaft (http://www.wbgu.de/fileadmin/templates/dateien/veroeffentlichungen/factsheets/fs2009-fs3/wbgu_factsheet_3.pdf). Aktuell unterscheiden sich sowohl der Pro-Kopf-Energieverbrauch als auch die Pro-Kopf-CO2 Emissionen noch um mehr als das 10-fache zwischen unterschiedlichen Ländern. So betragen die durchschnittlichen Pro-Kopf-Emissionen eines US-Amerikaners 17 t CO2, eines Deutschen 9 t CO2, eines Inders aber gerade einmal 1.4 t. Der Endenergieverbrauch in den USA beträgt etwa 220 KWh pro Koph pro Tag, in Deutschalnd etwa 120 kWh und in Indien nur 20 kWh. Die Industrieländer trauen sich aber nicht, dem Prinzip der gleichen pro-Kopf-Emissionsrechte zuzustimmen, da es für sie noch nicht klar ist, wie sie mit so geringen Emissionen weiterhin das gleiche Wohlstandsniveau halten können. Andererseits geht einigen Entwicklungsländern eine Verwirklichung der Pro-Kopf-Regel irgendwann in der Zukunft nicht weit genug, da sie mit Recht darauf hinweisen, dass die Reduktionen jetzt so rasch und drastisch geschehen müssen, da in den letzten 100 Jahren schon so viel CO2 emittiert wurde. Und der überwiegende Teil dieser Emissionen der Vergangenheit haben die Industrieländer zu verantworten.

Die Unvereinbarkeit dieser 2 Positionen verdeutlicht die Problematik der internationalen Klimapolitik. Letztlich müssen sich beide Gruppen also erst versichern können, dass auch mit niedrigen Emissionen ein hoher Konsum von Energiedienstleistungen und somit ein hohes Wohlstandsniveau möglich ist.

Expert: Christoph Bertram

 

Veranschaulichung der Zusammensetzung der Energieträger sowie des Pro-Kopf-Energieverbrauchs:
http://www.oekosystem-erde.de/html/energiegeschichte.html

Quelle:http://www.freedigitalphotos.net/images/view_photog.php?photogid=1975